ANWENDUNG

Wie kann Animal-Aided Design in Planungsprozesse integriert werden?

Animal-Aided Design kann für die Objektplanung, für städtebauliche Projekte und auf Ebene der Stadtplanung eingesetzt werden.

Im Rahmen der verschiedenen Maßstabsebenen kann Animal-Aided Design zur Planung von Maßnahmen für Tiere im städtischen Raum eingesetzt werden. Dabei kann es sich um Projekte im Wohnungsbau, zum Beispiel den Bau von Mehrfamilienhäusern, aber auch um die Planung von Gewerbeimmobilien handeln. Animal-Aided Design kann auch bei der Planung von öffentlichen Gebäuden wie z. B. Museen eingesetzt werden (siehe Beispiel Biotopia). Wichtig für die Planung mit Animal-Aided Design ist, dass die Entscheidung, für welche Zielarten Maßnahmen geplant werden sollen, in der ersten Planungsphase (HOAI Phasen 1 und 2) getroffen wird.

Die Methode Animal-Aided Design ist nicht nur für Neubauprojekte anwendbar, sondern kann auch für die Planung von tiergerechten Maßnahmen bei Sanierungsprojekten, wie z. B. bei der baulichen Anpassung an den Klimawandel oder Gebäudemodernisierungen, eingesetzt werden. Auch die Änderung der Pflege von Freiflächen im Wohnumfeld oder von öffentlichen Grünanlagen kann zur Schaffung von Habitatstrukturen für Zielarten genutzt werden – siehe dazu die Broschüre „Animal-Aided Design im Wohnumfeld“.

Animal-Aided Design kann auch auf kleineren räumlichen Maßstäben eingesetzt werden, zum Beispiel bei der Planung eines neuen Stadtteils oder eines Industriegebiets. Hier werden mit Hilfe von Animal-Aided Design Handlungskonzepte erarbeitet, welche Maßnahmen von Projektentwicklern für welche Tierarten umgesetzt werden sollen (siehe Projekt Schumacher-Quartier Flughafen Tegel, Berlin).

Auf städtebaulicher Ebene können mit Animal-Aided Design Maßnahmen für Zielarten so geplant werden, dass ausreichend große Populationen entstehen und die einzelnen Teilpopulationen sowohl untereinander als auch mit Populationen außerhalb der Stadt ausreichend vernetzt sind.

AAD-Projekt-Schumacher-Quartier-Berlin-Abb_7

Projekt
Anwendung der Methode AAD für das Schumacher Quartier in Berlin.

zum Projekt

ZERTIFIZIERUNG

Studio Animal-Aided Design bietet für Projekte, die nach der Methode Animal-Aided Design bearbeitet wurden, ein Zertifizierung an.

Gebäude und Freiräume werden anhand eines AAD-Kriterienkataloges einer Zertifizierung unterzogen. Hier erfolgt anhand der Planungsunterlagen und einer Begehung des Gebäudes und der Freiräume die Abnahme und Beurteilung der durchgeführten Maßnahmen. Wenn diese Prüfung positiv ausfällt und das Gebäude kritische Standortfaktoren (Habitatfunktionen) für die ausgewählten Zielarten erfüllt, wird das Projekt positiv zertifiziert. Die Zertifizierung hat eine Gültigkeit von 10 Jahren. Die erfolgreiche Zertifizierung kann auf Wunsch mit einer Plakette am Gebäude und in verschiedenen Medien öffentlichkeitswirksam präsentiert werden.

VORTEILE DER ZERTIFIZIERUNG FÜR KUNDEN

Folgende Vorteile erwirbt der Kunde bei einem zertifizierten Projekt:

  • Urkunde, in der festgestellt wird, dass das Gebäude und/oder die Außenanlagen nach den Prinzipien von Animal-Aided Design erstellt wurde/n
  • das Recht, mit diesem Zertifikat zu werben, sowohl am Gebäude als auch in öffentlicher Werbung für das Unternehmen, in Print-Form oder digital (Webseiten und sozialen Medien). Das AAD Logo wird von unserer Seite bereitgestellt.
  • positiv zertifizierte Projekte werden auf der Animal-Aided Design Webseite als Best-Practice Projekte veröffentlicht

ZERTIFIZIERUNGSINHALT

Die Zertifizierung erfolgt nach folgenden Kriterien:

1. Zielartenauswahl und Artenportraits

  • Erstellung eines ortsspezifischen Zielartenkonzeptes
  • Datenanalyse des Artenvorkommens
  • Nachvollziehbare Zielartenauswahl und Vernetzungsanalyse zu vorhandenen Habitaten
  • Erstellung und Qualität von Artenportraits unter vollständiger Berücksichtigung des Lebenszyklus
  • Verortung des Lebenszyklus der Zielarten über die Integration der kritischen Standortfaktoren in den Entwurf
  • Partizipationsverfahren bei der Zielartenauswahl

2. Maßnahmen im Hochbau

  • Erfüllung der kritischen Standortfaktoren
  • Planung und Umsetzung geeigneter technischer Lösungen (z. B. geeignete Fassadenquartiere)
  • Entwicklung innovativer technischer und planerischer Lösungen
  • Gewährleistung der langfristigen Erhaltung der Maßnahmen

3. Maßnahmen im Freiraum

  • Erhalt bestehender Vegetation, insbesondere alter Bäume
  • Planung von zielartenspezifischer Vegetation
  • Zielartenspezifisches Pflegekonzept

4. Allgemeine Kriterien

  • Berücksichtigung allgemeiner Naturschutzbelange
  • Vermeidung von Tierfallen (z. B. offene Kellerschächte, Gewässer ohne Ausstiegsmöglichkeit)
  • Vogelsichere Glasverwendung
  • Tierfreundliche Lichtverwendung

5. Qualitätskontrolle während des Baus

  • Artenschutz während der Bauarbeiten
  • Bauablauf mit ökologischer Bauüberwachung
  • Fachspezifische Endabnahme der durchgeführten Maßnahmen
  • Monitoring

ZERTIFIZIERUNGSABLAUF

1. Vorabprüfung der Bestandssituation und Prüfung der bereits vorhandenen Planungsunterlagen

2. Abgabe der Planungsunterlagen (im Idealfall 3-stufig: Vorentwurf, Entwurf, Ausführungsplanung)

3. Prüfung folgender Unterlagen – Artenportraits – Beschreibung der Maßnahmen – Pläne (Vorentwurf, Entwurf, Ausführungsplanung)

4. Nachweis der Qualitätskontrolle während des Bauens

5. Vor-Ort-Besichtigung

6. Zertifizierung